Entwicklung und Inflation in Deutschland

Jochen StahlAktuelles

Die Grafik zeigt das Ergebnis einer im August 2021 durchgeführten Umfrage zur Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. 30 Prozent der befragten Personen waren der Meinung, dass es mit der Wirtschaft in Deutschland aufwärts geht. Im Vergleich zu den Vormonaten verschlechterte sich die Stimmung zur wirtschaftlichen Lage wieder leicht.

Die deutsche Wirtschaft hat ein turbulentes Jahr 2020 hinter sich. Im Zuge der Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen kam es im zweiten Quartal zu einem historischen Einbruch der Wirtschaftsleistung in nahezu allen Sektoren der Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt ging im vergangenen Jahr um 5,0 Prozent zurück. Nach einer ersten schnellen Erholung kämpft sich die deutsche Wirtschaft nun allmählich wieder aus der Krise.

Für das laufende Jahr rechnet die Bundesregierung mit einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,0 Prozent. Die Erwerbstätigkeit wird im Jahr 2021 voraussichtlich stagnieren, die Zahl der registrierten Arbeitslosen leicht zurückgehen. Die Wirtschaftsleistung vor der Krise dürfte erst zur Mitte des Jahres 2022 wieder erreicht werden. Die wirtschaftliche Entwicklung wird weiterhin maßgeblich vom Pandemieverlauf und von den Maßnahmen zur Eindämmung beeinflusst. Ein weiteres Augenmerk liegt natürlich bei der Entwicklung der Inflationsrate in Deutschland.

Nachdem die Inflationsrate im Juni noch moderat ausgefallen war, hat sie sich im August deutlich beschleunigt. Wie aus dem Schaubild des Statistischen Bundesamt ersichtlich ist, verteuerten sich Waren und Dienstleistungen im Monat August 2021 im Jahresvergleich um 3,9 Prozent – der höchste Wert seit 13 Jahren. Allein gegenüber Juni sind die deutschen Verbraucherpreise um 1,6 Prozent gestiegen.

Verantwortlich für den hohen Anstieg der Inflationsrate im Juli ist laut Bundesamt vor allem der Mehrwertsteuereffekt: Die Bundesregierung hatte die Sätze im zweiten Halbjahr 2020 gesenkt, um Wirtschaft und Verbraucher in der Corona-Krise zu entlasten und den Konsum anzukurbeln. Jetzt werden die Preise mit den damals gesenkten verglichen, was sie zusätzlich nach oben treibt. Volkswirte vermuten zudem, dass einige Dienstleister, etwa Gastwirte, die jüngsten Corona-Lockerungen genutzt haben, um bei hoher Nachfrage ihre Preise anzuheben. Als weiterer Preistreiber erweist sich Benzin. Das hat sich in den letzten Wochen drastisch verteuert. Schon im ersten Halbjahr waren die deutschen Verbraucherpreise teilweise so stark gestiegen wie seit rund zehn Jahren nicht mehr, weil sich vor allem Öl und Benzin stark verteuert hatten. Ein Ende dieser Entwicklung ist vorerst nicht in Sicht.

Es bleibt abzuwarten wie sich die Lage in Deutschland weiter entwickeln wird auch im Hinblick auf die Pandemie.